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Saskia und Christian sprechen über den Personalmangel in der Verkehrswende und Studiengänge, die das lösen werden.

Habt ihr euch schonmal Gedanken darüber gemacht, was es eigentlich bedeutet, wenn eine Stadt wie Berlin durch einen Radentscheid ein Mobilitätsgesetz erhält, das umfänglich die Basis für die hauptstädtische Verkehrswende legt – in den Behörden aber schlicht nicht die Anzahl von Menschen vorhanden ist, um dieses auch schnell und nachhaltig umzusetzen?

Ich habe mich mit Saskia Ellenbeck und Christian Rudolph unterhalten, was aktuell Verkehrswende am meisten ausbremst, so denn politischer Wille vorhanden ist, diese zu gestalten:

Personalmangel!

Saskia ist Stadträtin für das Ordnungs-, Straßen- und Grünflächenamt und war zuvor Leiterin des Bereichs Wissensmanagement und zentrale Prozesse beim Allgemeinen Deutscher Fahrrad-Club (ADFC). Sie wechselte bewusst in die Behörde, um ihre beim ADFC gewonnene Expertise „vor Ort“ umzusetzen. „Es gibt nichts Schöneres als diese Jobs, mit denen du das Viertel, in dem du lebst, zu einem Viertel umbaust, das wieder die Menschen im Fokus hat!“ Im Podcast wird Saskias Begeisterung ansteckend deutlich.

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Saskia nach ihrer Wahl.

Zum 1. April 2021 trat Dr.-Ing. Christian Rudolph die Professur „Radverkehr in intermodalen Verkehrsnetzen“ im Fachbereich Ingenieur- und Naturwissenschaften der TH Wildau an. Zuvor war er Leiter der Forschungsgruppe Last Mile Logistik und Güterverkehr am Institut für Verkehrsforschung beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR). Dort war er unter anderem für Projekte zur gewerblichen Fahrradnutzung verantwortlich.

Er sagt: „Der Schwerpunkt wird sein, das Fahrrad als wichtiges und nachhaltiges Fortbewegungs- und Transportfahrzeug im Alltagsverkehr zu stärken und Konzepte zu entwickeln, die Menschen für eine stärkere Fahrradnutzung motivieren. Im Vordergrund soll die komplementäre Nutzung zu anderen Verkehrsmitteln stehen.

Prof. Christian Rudolph
© TH Wildau

Dabei spielen Daten von Nutzerinnen und Nutzern eine ganz besondere Rolle, denn auf dieser Basis können neue (und alte) Konzepte bedarfsorientiert entwickelt und weitergedacht werden. Einen weiteren Schwerpunkt möchte ich auf die Fahrradnutzung im ländlichen Raum legen: Wir sehen zwar erfreulicherweise einen Anstieg der Radnutzung in urbanen Räumen, bedauerlicherweise beobachten wir aber parallel einen Rückgang der Fahrradnutzung in ländlich geprägten Regionen. Dies zeigt die letzte deutschlandweite Verkehrserhebung Mobilität in Deutschland (MID2017) deutlich. Hier möchte ich ansetzen und bin überzeugt, dass das Fahrrad auch im ländlichen Raum in der Kombination mit anderen Verkehrsmitteln – also intermodal – auch wieder eine stärkere Nutzung erfahren kann.

Die Erkenntnisse aus Forschungsarbeiten möchte ich den Studierenden in der Lehre vermitteln und natürlich gemeinsam mit ihnen neue Mobilitätskonzepte entwickeln. Daneben möchte ich Projekte zu aktuellen Fragestellungen durchführen, gerne auch mit den Umlandgemeinden der TH Wildau. Hier gibt es schon erste vielversprechende Gespräche.

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