Blaues Sharepic mti einem klingelnden Wecker und einer Person, die zum Text "Unser Mobilitätssystem ist ungerecht" blickt.

Die Mobilitätswende ist ein Gerechtigkeitsprojekt – und deswegen findet sie nicht statt.

Die Mobilitätswende ist überfällig – und vor allem ein Gerechtigkeitsprojekt.

Dies machen die aktuellen Daten der Studie „Mobilität in Deutschland 2023” deutlich.
Unser Verkehrssystem ist nicht nur ökologisch, sondern auch sozial hochgradig ungerecht. Die Mobilitätswende ist daher (wie nicht selten behauptet) kein „Luxusprojekt urbaner Eliten“, sondern eine dringende Frage der Gerechtigkeit.

Das System muss vom Kopf auf die Füße gestellt werden.

Die aktuelle Diskussion um Gerechtigkeit setzt meist stillschweigend voraus, dass die heutigen Rahmenbedingungen im Verkehr zu sozial gerechten Ergebnissen führen – diese Annahme ist jedoch falsch.

Die Gerechtigkeitslücke im Verkehr ist bereits riesig.

Wer behauptet, die Mobilitätswende sei „unsozial”, verteidigt ein System, das systematisch Arme benachteiligt, Reiche bevorzugt und die Kosten auf die Allgemeinheit abwälzt. Die Mobilitätswende ist kein Angriff auf soziale Gerechtigkeit – sie ist die Voraussetzung dafür.

Autobesitz folgt der Einkommensgrenze.
Die MiD 2023 bestätigt: Je höher der ökonomische Status des Haushalts, desto höher die Wahrscheinlichkeit von Autobesitz.

Diese Zahlen zeigen ein grundlegendes Problem:
Die Autonutzung steigt in der Regel mit dem Einkommen, und damit auch die verkehrsbedingten CO₂-Emissionen (siehe auch Umweltbundesamt). Haushalte mit zunehmendem Einkommen verursachen auch höhere verkehrsbedingte CO₂-Emissionen pro Kopf.
Wer wenig hat, zahlt den Preis.

Die perfide Ungerechtigkeit unseres Systems:
Haushalte mit niedrigerem Einkommen sind häufiger von den Umweltbelastungen des Verkehrs betroffen, beispielsweise durch Lärm und Luftschadstoffe, obwohl sie nicht die Hauptverursacher sind. Menschen mit geringem Einkommen wohnen öfter an stark befahrenen Straßen und ihre Kinder spielen an verschmutzten Orten, während diejenigen, die am meisten Auto fahren, sich die ruhigen Wohnlagen leisten können.

Das ÖPNV-Angebot ist eine Klassenfrage.
Im ländlichen Raum ist das Auto für nahezu alle Verkehrsteilnehmer unverzichtbar. Das liegt nicht an einer besonderen „Auto-Liebe” der Landbevölkerung, sondern am systematischen Rückzug des öffentlichen Verkehrs aus der Fläche.
Wer sich kein Auto leisten kann oder nicht fahren kann – u. a. Jugendliche, ältere Menschen, Behinderte oder arme Menschen – ist von Teilhabe ausgeschlossen.

Verkehrswende schafft Gerechtigkeit!

Wir brauchen endlich:
– flächendeckenden, bezahlbaren ÖPNV auch im ländlichen Raum
– Sichere Fuß- und Radwege für alle.
– Rückverteilung der Mittel aus dem Abbau klimaschädlicher Subventionen (Dienstwagenprivileg, Dieselprivileg).

Mobilität muss als Teil der Daseinsvorsorge betrachtet werden und darf kein Privileg sein.

Die Daten der MiD 2023 liefern die Fakten.
Jetzt braucht es den politischen Willen, diese Ungerechtigkeit zu beenden.
Nicht trotz, sondern wegen der sozialen Frage.

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