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Claudia Kemfert: Was sind die drei Mythen der Verkehrswende – und was die drei schnellsten Lösungsschritte?

Prof. Claudia Kemfert wird nicht nur von mir, sondern von einer breiten Masse an Menschen, die Transformation faktenbasiert betreiben, hoch geschätzt. Umso schöner, dass sie in diesem Talk ihre aktuelle Sicht auf die Verkehrswende mit uns teilt.

Ein unsäglicher Auftritt von Moderator und Gästen bei „Hart, aber fair“ bewog mich dazu, Claudia Kemfert anzuschreiben, ob wir nicht einen gemeinsamen Twitter-Space zum Thema Verkehrswende machen wollen, in dem ausgeredet, zugehört und Fragen gestellt werden können. Also das Gegenteil der genannten TV-Sendung. In dieser halben Stunde Talk erfahrt ihr Claudias Sicht auf den Status Quo der Verkehrswende, die natürlich sehr stark an die Energiewende gekoppelt ist, sie nennt und widerlegt euch die drei Mythen, die ihr immer wieder begegnen in Diskussionen vor allem mit Menschen, die eigentlich nichts verändern oder Stillstand wollen. Sie nennt aber auch drei Maßnahmen/Ansätze, die sehr schnell umgesetzt werden könnten, um endlich Mobilität und nicht Auto zu denken und zu handeln.


Da ihr mich gebeten habt, bei meinen Livetalks zukünftig auch die Fragen und Antworten des Publikums zu verwenden, findet ihr diese ebenfalls in der Folge und könnt selbst entscheiden, ob diese euch interessieren.


Freue mich auf Feedback, über Weiterempfehlung und gerne auch neue Vorschläge, wen ich mal ans Mikro holen sollte.

7 Gedanken zu „Claudia Kemfert: Was sind die drei Mythen der Verkehrswende – und was die drei schnellsten Lösungsschritte?“

  1. Coole Folge. Hab ich gerade durchgehört. Dreck am Stecker und Stehzeuge XD – Coole Idee, die Claudia nochmal so richtig zu Wort kommen zu lassen. Kann mir vorstellen, dass die bei Hart aber fair einen schweren Kampf zu kämpfen hatte. Danke für die Folge 🙂

  2. Bitte, bitte nie wieder von Ladeinfrastruktur an der Strassenbeleuchtung reden! Wenn die Verkabelung ökonomisch ausgeführt wurde reicht die übertragbare Leistung gerade eben für’s Licht. Und Lastmanagment wie etwa Laden nur am Tage kann dann spektakulär an der Verteilung der Leistung auf mal mehr, mal weniger Ladestationen scheitern. Ganz davon abgesehen, dass wohl der grösste Bedarf an Ladestationen in der Nacht besteht..

  3. Sehr geehrte Frau Diehl
    Wenn wir das Klima retten wollen, müssen wir uns eine Welt ohne fossile Brennstoffe vorstellen. In der Erdölkrise haben Wissenschaftler solch ein Szenario, das ja irgendwann eintreffen wird, entworfen. Danach werden wir nur noch Strom und das in beliebigen Mengen haben. Strom wird an dafür geeigneten Orten in riesigen Mengen hergestellt werden. Die Energie des Stroms muss allerdings gespeichert werden, damit sie an die Verbrauchsorte transportiert werden kann. Die Energie des Stroms kann nur in Form von Wasserstoff bzw. Wasserstoffprodukten transportiert werden. Wir werden weltweit eine Strom Wasserstoffwirtschaft aufbauen müssen, um zukünftig unseren Wohlstand zu sicheren, Wohlstand weltweit auszubauen oder um schon jetzt das Klima zu retten.
    Gebiete mit einem hohen Energieverbrauch werden immer Energie importieren müssen, weil sie nicht in der Lage sein werden den hohen Energiebedarf regional zu decken, oder weil es billiger ist, Energie zu importieren als sie selbst vor Ort in den benötigten Mengen herzustellen.
    Für die Rettung des Klimas bedeutet dies, dass wir den Ausbau von erneuerbaren Energien bei uns fördern müssen, aber Vorrang muss der Import von grüner Energie haben, denn nur eine hohe Nachfrage nach grüner Energie mit dem entsprechenden Verbrauch bei uns, fördert global den Ausbau von grüner Energie. Wir müssen den Import fossiler Brennstoffe durch den Import von Wasserstoff(produkten) ersetzen. Wer also anstrebt, uns in Energiefragen autark zu machen schadet dem Klima zweifach. Erstens dauert es lange und kostet viel Geld und Energie uns selbst autark zu machen und weltweit wird der Ausbau der Erzeugung von grüner Energie nicht gefördert. Auf diese Weise profitieren nur die Verkäufer fossiler Energie.
    Wichtig ist auch, dass der Import von grüner Energie uns in wenigen Jahren schon klimaneutral machen könnte. Dazu gibt es hoffnungsvolle Projekte, so plant ein belgisches Konsortium, mit einem Investitionsvolumen von 2,5 Milliarden Euro 10% unseres Energiebedarfs ab 2025 mit Wasserstoff zu decken. Wenn wir 10 solcher Projekte fördern würden, könnten wir theoretisch schon in wenigen Jahren unseren Energiebedarf komplett mit Wasserstoff(produkten) decken. Bedenken sollte man dabei auch, dass dieses Konsortium plant, mit dem Projekt Geld zu verdienen. So könnte es schnell gehen mit der Energiewende und der Klimarettung, aber wer will das schon.

  4. @KLOSE
    Puh, das ist ja gerade so nochmal gut gegangen. Eben, theoretisch in wenigen Jahren ! Aber praktisch ? Sind denn wiklich alle (Erd-) Gasleitungen für den Transport von Wasserstoff geeignet ? Wie lange dauert es, wenigstens ein zertifiziertes Backbone für die Versorgung der Großabnehmer aufgebaut zu haben ? Also auch Wasserstoffprodukte, d.h. Methanol, welches im herkömmlichen Benzinkanister herumschwappen kann. Aber wenn die Verteilung erstmal steht braucht es ja nur noch flächendeckend geeignete Anlagen, die grüne Energie aus gasförmig oder flüssig in Wärme oder Strom umwandeln.
    Cheers
    Jens

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