Wenn man an autonomes Fahren denkt, haben zu viele oft Bilder von futuristischen Robotaxis vor Augen – kleine Kapseln, die einzelne Personen durch die Stadt chauffieren. Doch für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) ist diese Vision nicht nur verfehlt, sie ist sogar gefährlich. Im Gespräch mit Dr. Till Ackermann vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) wird deutlich: Die Technologie ist da, aber die Anwendung muss radikal anders gedacht werden. Das Gespräch ist Teil meiner „She Drives Mobility Academy“, die Abonnent*innen meines wöchentlichen Newsletter alle 14 Tage neue informative Gespräche und Interviews zur Mobilität bietet.
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Im Gespräch mit Dr. Till Ackermann: Von der „Innovationssackgasse“ zur Realität
Vor zwölf Jahren begann der VDV sich intensiv mit dem Thema zu befassen. Damals war die Erwartungshaltung hoch: In fünf Jahren sei es überall verfügbar. Heute wissen wir: Es dauert länger, aber es funktioniert. Unternehmen wie Waymo oder Cruise fahren bereits fahrerlos (Level 4) in bestimmten Gebieten.
Das Problem in Deutschland und Europa war lange Zeit, dass wir uns auf langsame Forschungs-Shuttles konzentriert haben, die nie ins Ziel kamen. Wir haben uns als Branche zu sehr mit der Technologieentwicklung beschäftigt, statt über den Einsatz nachzudenken. Jetzt stehen wir vor einer neuen Herausforderung: Wir dürfen die Technologie nicht den Plattform-Gigaten überlassen, sondern müssen sie für die Daseinsvorsorge nutzbar machen.


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