Es ist jedes Mal dasselbe:
Sobald öffentlich über digitale Gewalt, Hass und Hetze gesprochen wird, drehen die Timelines durch. Nicht, weil plötzlich alle Betroffenen gesehen werden – sondern weil die Lautesten genau diejenigen sind, die kein Interesse an Veränderung haben.
Statt zu fragen, warum Organisationen wie HateAid seit Jahren an der Seite von Betroffenen stehen, wird polemisiert, relativiert, abgewertet. Als wäre es ein Skandal, Missstände zu benennen – und nicht vielmehr ein Skandal, sie hinzunehmen.
Der von mir begleitete ZDF-Film „Eine bessere Welt“ und die dazugehörige Doku haben am Montag gezeigt, was passiert, wenn Frauen ihre Stimme erheben:
Sie werden bedroht, beleidigt, kriminalisiert.
Nicht nur von einzelnen Trollen, sondern von einem System, das solche Angriffe als „Meinungsfreiheit“ tarnt – und das reflexhaft reagiert, sobald es sich ertappt fühlt:
mit Hass, Abwertung, Diffamierung.
Dass dabei vor allem Männer – und zwar hochgradig unsichere Männer – zu den lautesten Hassschleudern gehören, ist kein Zufall. Es ist ein Muster.
Hass ist kein Beitrag zur Debatte. Hass ist Gewalt.
Trotzdem reden sich viele lieber an „Indoktrination“ und „Haltungsjournalismus“ ab, anstatt sich der Realität zu stellen:
– dass digitale Gewalt reale Folgen hat,
– dass sie Menschen aus der Öffentlichkeit drängt,
– dass sie verunsichert, traumatisiert
– und oft der erste Schritt hin zu physischer Gewalt ist.
Wer das leugnet, leugnet die Erfahrungen von Tausenden Betroffenen – und stellt sich damit faktisch auf die Seite der Täter.
Deshalb mein klarer Appell:
Wenn du willst, dass Betroffene digitaler Gewalt nicht alleine bleiben: Unterstütze HateAid – finanziell, sichtbar, laut.
Wenn du willst, dass ich weiterhin Filme, Formate und Projekte zu gerechter Mobilität und einer offenen, demokratischen Gesellschaft machen kann: unterstütze auch mich – durch Aufträge, Empfehlungen, Kooperationen, Honorarempfehlungen, Sichtbarkeit.
Wenn du verstehen möchtest, warum dieses Thema so dringend ist: schau dir den Film in der Mediathek an. Weil er zeigt, was passiert, wenn wir wegschauen.
Die eigentliche Frage ist nicht, ob wir uns für eine bessere Welt einsetzen.
Die Frage ist, ob wir bereit sind, Verantwortung zu übernehmen – oder ob wir weiter zusehen, wie andere sie zerstören.
P.S.: Ich engagiere mich so vehement für dieses Thema, weil ich es satt habe, dass Frauen für ihre Stimme in der Öffentlichkeit bestraft werden – und weil ich weiß: Alleine geht es nicht. Wir ändern das nur gemeinsam.


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