Katja Diehl im Gespräch mit Till Koglin

Till Koglin ist einer der profiliertesten Verkehrsforscher Europas, der seit Jahren zeigt, wie ein gerechter, sicherer und menschengerechter Verkehr jenseits der Autozentrierung aussehen kann. Mit wissenschaftlicher Klarheit und politischer Hartnäckigkeit kämpft er dafür, dass Mobilität nicht länger Gefahr bedeutet – sondern Lebensqualität, Teilhabe und echte Wahlfreiheit

»Das System muss sich ändern, damit es nicht mehr unsicher für viele ist, oder gar gefährlich.«

Zusammenfassung

Im Interview spricht Till Koglin über seine Arbeit als Verkehrsplaner, seine Erfahrungen in Politikberatung und die strukturellen Probleme der heutigen Verkehrssysteme. Er kritisiert, dass Planungsentscheidungen weiterhin stark am Auto orientiert sind und wichtige Erkenntnisse der Mobilitätsforschung – etwa der induzierte Verkehr – politisch oft ignoriert werden. Immer breitere Straßen oder Autobahnen lösen laut Koglin keine Stauprobleme, sondern erzeugen zusätzliche Nachfrage. Gleichzeitig beschreibt er, wie der Verkehrssektor historisch männlich geprägt war und wie feministische Perspektiven heute dazu beitragen, Mobilität komplexer und lebensnäher zu denken.

Besonders wichtig ist Koglin die Sicherheit im Straßenraum: Er schildert persönliche Beispiele, etwa die Angst seiner Tochter beim Radfahren, um zu zeigen, wie autozentrierte Strukturen Alltagsmobilität prägen. Insgesamt plädiert er für eine grundlegende Veränderung („System ändern“) hin zu einem Verkehrssystem, das Sicherheit, Lebensqualität und Vielfalt der Fortbewegungsarten stärker berücksichtigt – also für eine echte Verkehrswende.

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