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Zu Gast bei WDR5: Redezeit live. Mobilität neu denken.

Zitat aus dem Interview: Die Autolobby ist sehr stark.

Können steigende Benzinpreise eine Verkehrswende einleiten? Katja Diehl bezweifelt das. Für die Mobilitätsexpertin braucht es ein grundlegend neues Konzept, bei dem Mobilität nicht mehr vom Auto, sondern von den Menschen und deren Bedürfnissen her definiert wird.

Nach Ansicht von Katja Diehl diktiert in den Städten wie auf dem Land nach wie vor primär das Auto das mobile Geschehen. Jede andere Form der Fortbewegung – etwa zu Fuß oder mit dem Fahrrad – hat sich unterzuordnen.

Dabei haben knapp 13 Millionen Menschen in Deutschland keinen Führerschein, nicht eingerechnet die 14 Millionen Kinder und Jugendlichen, die noch kein Auto fahren dürfen. Auch Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen oder diejenigen, die sich Autofahren schlicht nicht leisten können, haben Nachteile durch diese Fixierung auf die Auto-Mobilität.

Dahinter verbirgt sich ein überaltertes, aber immer noch wirksames patriarchales System, kritisiert die Hamburger Mobilitätsexpertin. Eine Wende in der Verkehrspolitik greift für sie viel zu kurz, wenn es dabei nur um Antriebsalternativen geht.

Die größere Herausforderung, meint Katja Diehl, ist es, die Mobilität von den Schwächsten der Gesellschaft her zu betrachten, damit Teilhabe für alle möglich wird. Das bedeutet: Wege vermeiden, Wege verkürzen, den Bewegungsradius wieder auf ein menschliches Maß der Fußläufigkeit bringen. Dann muss man Autos nicht mehr verbieten. Sie werden weithin überflüssig.

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