Das Bild zeigt Katja Diehl, die vor einem blauen Hintergrund ausdrucksstark gestikuliert und eine hellblaue Jacke und eine Brille trägt. Der Text lautet: „Statt ‚autonomes Fahren‘ nur manuelle Ausbeutung in Entwicklungsländern.“ Logo: She Drives Mobility, www.katja-diehl.de

„Selbstfahrend“ – die nächste große Tech-Lüge.

Waymo, das Aushängeschild für autonome Fahrzeuge, hat gerade vor dem US-Kongress zugegeben: Ihre „selbstfahrenden“ Taxis werden von Fernbediener*innen auf den Philippinen gesteuert.

Moment. Was?

Ja, richtig gelesen. Menschen, tausende Kilometer entfernt, treffen Entscheidungen darüber, welche Spur das Fahrzeug wählt, welchen Weg es nimmt. Ohne US-Führerschein. Mit veralteten Informationen. Mit massiven Cybersecurity-Risiken.

Das nennen wir dann „autonom“.

Bei einer Befragung vor dem amerikanischen Senat hat Waymo nicht verneint, dass ihre Remote-Assistenten Fahrer*innen sind. Sie sind der Frage nur massiv ausgewichen.
„Die Vermutung: Die Fahrzeuge fallen auf SAE Level 2 zurück, sobald sie Remote-Assistenz anfordern. Waymo hat das nicht dementiert.
Die Industrie will die Verantwortungsfrage so lange wie möglich hinauszögern.“ Die Haftungsfrage sicher noch mehr.
Philip Koopman, AV-Sicherheitsexperte, auf LinkedIn.

Hier ist das Problem: Tech Bros verkaufen uns seit Jahren die Illusion, dass Technologie unsere Mobilitätsprobleme löst. Dass wir nur genug Sensoren, KI und Venture Capital brauchen – und alles wird gut.

Die Realität? Alte Probleme in neuem Gewand.

Statt Taxi-Jobs werden jetzt unterbezahlte Fernbediener*innen auf den Philippinen ausgebeutet. Statt weniger Autos auf den Straßen haben wir mehr – nur ohne lokale Fahrer*innen. Statt sicherer Mobilität haben wir Unfälle mit Kindern (wie letzte Woche in Santa Monica) und Tesla-Robotaxis, die dreimal häufiger crashen als Menschen.

„And given the latest data, those risks remain substantial, with new National Highway Traffic Safety Administration data suggesting Tesla’s robotaxis are crashing three times as much as humans — even with human monitors.“

National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) – die offizielle US-Verkehrssicherheitsbehörde.

Mobilitätswandel ist kein technisches Problem. Es ist ein politisches, soziales, infrastrukturelles Problem.

Wir brauchen keine „smarten“ Lösungen von Silicon Valley. Wir brauchen gute öffentliche Verkehrssysteme, sichere Radwege, barrierefreie Gehwege. Infrastruktur, die funktioniert. Für alle. Nicht nur für jene, die sich autonome Taxis leisten können.

Tech Bros lösen keine Probleme. Sie setzen sie fort – mit mehr Profit, weniger Verantwortung und schickerem Marketing.

Und nein: Es ist kein gutes Gefühl, Recht zu haben. Aber ein gutes Gefühl, dass mein grundsätzlicher Widerwille gegen Tech Faschisten und Plattformbusiness mehr als nur eine Ahnung ist. Und es daher Sinn macht, diese nicht in Europa zuzulassen.

Quelle u. a. Futurism.com

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