„Grüner Kolonialismus – Wie der globale Norden den Süden unter grünem Deckmantel weiter ausbeutet.“

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Diese Episode ist ein Weckruf für alle, die Mobilität, Klimapolitik und technologische Transformation ernsthaft global und gerecht denken wollen.

Ich spreche mit der Soziologin Dr. Miriam Lang, die in Quito (Ecuador) lehrt und zu den profiliertesten Stimmen gehört, wenn es darum geht, die strukturellen Ungleichheiten zwischen Nord und Süd unter dem Deckmantel grüner Politik aufzudecken. Sie ist Mit-Herausgeberin des internationalen Sammelbands Grüner Kolonialismus, der inzwischen auch auf Deutsch erschienen ist und vielbeachtet wurde.

Gemeinsam sprechen wir darüber, warum „grüne Lösungen“ wie E-Mobilität, Wasserstoffprojekte oder der Abbau von Lithium oft nichts anderes sind als eine Fortsetzung kolonialer Ausbeutung mit neuen Mitteln.

Themen dieser Episode:

Fallstudien und toxische Strukturen

  • Wie „grüne“ Projekte im Globalen Süden – etwa der Lithiumabbau in Südamerika, Windparks in Namibia oder Solarprojekte im Maghreb – lokale Gemeinschaften massiv beeinträchtigen und durch Enteignung, Wassermangel und Missachtung indigener Rechte Ausbeutung fortsetzen.
  • Welche Rolle der sogenannte „ökologische Imperialismus“ spielt: Das Rechtfertigungsnarrativ, das „grüner Energie“ alles erlaubt – ohne zu hinterfragen, wie sie gewonnen wird und ihren Verbrauch einzuhegen.

Machtverhältnisse und koloniale Kontinuitäten

  • Inwiefern die heutige Klimapolitik und Technologieförderung koloniale Strukturen reproduzieren.
  • Wie multilaterale Handelsabkommen, Rohstoff-Abhängigkeiten und makroökonomische Regeln aus der Sicht des Globalen Südens gestaltet sind – und wie Alternativen aussehen könnten.
  • Warum sich Konzerne und politische Institutionen mit dem Begriff „grün“ moralisch aufwerten, während die Auslagerung ökologischer Kosten unserer Lebensweise in andere Weltregionen weiterläuft.

Gerechtigkeit und Widerstand

  • Welche globalen, dezentralen und demokratischen Ansätze das Buch als Alternativen vorstellt: Bioregionale Kreisläufe, Energiekooperativen, Commons-basierte Ansätze, Klimareparationen.
  • Warum indigene und ländliche Gemeinschaften nicht als „rückständig“, sondern als zentrale Akteure einer gerechten Zukunft verstanden werden.
  • Warum der Begriff „Klimaneutralität“ oft eine rhetorische Fassade bleibt – und was echter Wandel bedeuten würde.
  • Ob es bereits Positivbeispiele für gerechtere Klimapolitik gibt – und wo die größten Hebel liegen.

Handlungsspielräume und Visionen

  • Welche politischen Hebel demokratische Gesellschaften – und speziell die EU – jetzt in Bewegung setzen müssten, um grünen Kolonialismus zu stoppen.
  • Was wir als Bürger*innen tun können: von Konsumkritik über kommunale Partnerschaften und Bürger*inneninitiativen für Klimagerechtigkeit von unten bis hin zu solidarischer Wissensarbeit.
  • Warum Medien, Wissenschaft und Zivilgesellschaft eine neue Rolle einnehmen müssen – jenseits von Tech-Euphorie oder Schuldzuweisungen.
  • Und schließlich: Was Miriam selbst Hoffnung gibt – und welche überraschenden Reaktionen sie auf das Buch bisher erlebt hat.

Stimmen zum Buch Grüner Kolonialismus:

„Eine unverzichtbare Lektüre für alle, die sich für eine Welt einsetzen, in der das Leben im Mittelpunkt steht.“
Silvia Federici, feministische Autorin von Caliban und die Hexe

„Eine postkarbonische Welt muss eine postkapitalistische Welt sein – dieses Buch sagt es klar.“
Walden Bello, Globalisierungskritiker

„Brillant und international – ein Kompass für gerechte Transformation.“
Peter Newell, Professor für Internationale Beziehungen, Universität Sussex


Diese Episode fordert uns heraus, den Begriff „Nachhaltigkeit“ neu zu denken – und endlich Verantwortung zu übernehmen für eine Transformation, die nicht auf Ausbeutung beruht.

Empfehlung: Diese Folge eignet sich auch wunderbar für Bildungsarbeit, Diskussionen in Aktivismus-Kreisen, kommunale Partnerschaften oder Lesekreise zur globalen Klimagerechtigkeit.

2 Antworten zu „„Grüner Kolonialismus – Wie der globale Norden den Süden unter grünem Deckmantel weiter ausbeutet.““

  1. Avatar von fjordgrau
    fjordgrau

    Hi,

    ich bin als Techniknerd, der halt alte Motorräder und alte PKW sammelt, seinen Spaß am Erhalt und Schrauben an Fahrzeugen hat und Medienbeiträge rund um (alte) Fahrzeuge konsumiert, über die ARD-Sendung „Kraftfahrzeug – Eine deutsche Liebe“ auf Deinen Podcast gekommen.

    Ich kann nur sagen: Danke für den regelmässigen Denkanstoss! Ich fühle mich an vielen Stellen, an denen Du über abschreckende Beispiele oder Stereotype Antworten aus der Politik oder der Industrie sprichst, ertappt, weil ich aus dem Bauch heraus auch so geantwortet hätte.

    Für mich erscheint manches, was Du vorträgst, logisch. Auf der anderen Seite erscheinen mir viele Gedanken aber furchtbar fern zu sein. Eventuell solltest Du für Normalbürger, die ihr Leben halt mit dem Einstellen von Vergasern und nicht mit dem Nachdeken darüber, warum die Welt eigentlich so ist, wie sie ist – stellt sich raus, unser System basiert auf Ausbeutung – verbracht haben, einen Grundlagenkurs Deiner Sicht auf die Welt geben und uns da abholen, wo wir gedanklich sind. Es ist ja nicht so, dass wir nicht zuhören würden.

    Ich habe nie hinterfragt, warum ich Motorräder und Autos so liebe und meine Zeit damit verbringe, sie wieder fit zu machen. Mit „Vernunft“ hat der Hang zu Verbrennern und seiner alten Techik, die man selbstwirksam erhalten kann, aus meiner Sicht nicht viel zu tun. Klar, man kann sich das schönreden und das Restaurieren eines alten Motorrads als „gelebte Nachhaltigkeit“ verkaufen. Das trifft es aber nicht. Mobilität hat aus meiner (zugegebenermaßen einfachen Sicht als primitiver Petrolhead) viel mehr mit Emotionen zu tun, als es sich die meisten eingestehen. Das macht es so schwer, über die Zukunft der Mobilität mit kühlem Kopf nachzudenken. Ich bin bei dem Thema gerade erst am Anfang.

    Danke jedenfalls für Deine Arbeit und

    liebe Grüße, fjordgrau


    1. Lieber fjordgrau – danke für dein ausführliches Feedback, das mir enorm viel bedeutet.
      Denn genau das, was du beschreibst, ist mir ein großes Anliegen: Perspektivwechsel und Empathie für andere zu schaffen.
      Leider lassen viele „Petrolheads“ sich nicht darauf so ein wie du, im Gegenteil. Ich erhalte viel Bedrohung.
      Aktuell plane ich für 2026 Onlineformate und vielleicht auch eine kleine Akademie, die man abrufen kann.
      Dass du davon schreibst, bestärkt mich, den Gedanken weiter zu verfolgen!
      Lieber Gruß
      Katja


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