Zum Inhalt springen

Christian Stöcker: Wie schaffen wir es, dass Männer endlich nichts mehr verbrennen (wollen oder müssen)?

Wenn dir diese oder auch eine andere Folge gefällt, lass´ gern eine Bewertung da und/oder supporte mich per Ko-Fi oder PayPal. Meinen wöchentlichen Newsletter gibt es bei steady. Mein zweites Buch „Raus aus der AUTOkratie – rein in die Mobilität von morgen!“ kann ab sofort vorbestellt werden. Ich freue mich, wenn du das machst, denn das hilft nischigen Sachbüchern wie dem meinen, wahrgenommen zu werden. Ihr wisst schon: Kapitalismus – Carpitalism – und dann erst das Paradies für alle. Seit ein paar Tagen steht auch fest, wo die Buchpremiere stattfinden wird: Am 3. Juni um 20 Uhr stelle ich mein zweites Werk erstmalig der Öffentlichkeit vor. Leider hat das Pfefferbergtheater in Berlin Mist gebaut, so dass wir grad nach einer neuen Räumlichkeit suchen, aber das sollte in der Hauptstadt wohl möglich sein 🙂 Zudem: Ich habe grad damit begonnen, für alle Podcasts auch Transkripte bereit zu stellen, auf dass noch mehr Menschen, die nicht so gern hören oder nicht so gut hören können, an meinen Inhalten teilhaben.

Ein Buch wie ein Paukenschlag – so habe ich es zumindest beim Lesen empfunden. Nicht, weil Christian Stöcker und ich uns erstmalig begegneten (nein, wir hatten sogar schon eine Episode She Drives Mobility zusammen aufgenommen und immer regen Kontakt „zwischendrin“), sondern weil ich es „wohltuend“ finde, wie in Angesicht des Nichtstuns und Verschlimmerns unseres katastrophalen fossilintensiven Lifestyles im Globalen Norden einst noch zurückhaltend formulierende Stimmen wie die von Christian deutlich bis angebracht wütend-ruppig werden. „Nicht zufällig sind die Hauptprofiteure der Klimazerstörung Leute, die mit demokratischen Werten und Menschenrechten wenig am Hut haben ‒ oft geht die Begeisterung für fossile Brennstoffe und die Ablehnung von Klimaschutz einher mit reaktionären Positionen. Das Kartell der Verbrenner vereint Leute wie Mohammed bin Salman, Wladimir Putin, Rupert Murdoch, Donald Trump und Mathias Döpfner, flankiert von Akteurinnen wie Sahra Wagenknecht.“

Und dann geht sie los die wilde Fahrt, die zu Beginn fast mit einem Warnhinweis begonnen wird, da die Erzählung so abstrus und in Teilen abstoßend ist, dass Lesende denken könnten, es handle sich ausnahmsweise mal um eine „linke“ Verschwörungserzählung. Obwohl ich natürlich weiß, wie tief die deutsche Autoindustrie, -lobby und -politik in diese Gemengelage verstrickt ist, imponierte mir auf negative Weise, wie sie in den ersten Etappen von

Männer, die die Welt verbrennen – Der entscheidende Kampf um die Zukunft der Menschheit

eine Hauptrolle zugewiesen bekommt – mit allen anderen Autoindustriellen der alten fossilen Welt. Im Gespräch gehen wir hier auch durchaus auf das Trennende ein. Denn mir geht die Elektrifizierung dieses absurden deutschen Autobestandes von mittlerweile 49,1 Millionen Pkw bei 41 Millionen Haushalten, 13 Millionen Kindern und 13 Millionen Erwachsenen sowie einer Tagesnutzung von 45 Minuten mit etwas über einer Person nicht weit genug – während Christian hier einen anderen Standpunkt vertritt. Aber das Gestalten der Zukunft ist ein Aushandeln in der Gegenwart, deswegen mag ich es, wenn eine Episode mehrere Perspektiven vereint.

Hört rein, wenn ihr das schockierende Ausmaß der Desinformation und Manipulation durch die Fossilisten gewahr machen und aber auch durch Christians „Abspann“ in die Lage versetzt werden wollt, genau diesen Mechanismen wirksam entgegen treten zu können. Spoiler: Das Buch endet hoffnungsvoll.

6 Gedanken zu „Christian Stöcker: Wie schaffen wir es, dass Männer endlich nichts mehr verbrennen (wollen oder müssen)?“

  1. Frau Diehl, Sie brauchen wirklich keine Sorge haben, dass der überhohe Autobestand in Deutschland irgendwann elektrisch sein wird: während die Verbrenner-PKW-Verkäufe bei Betrachtung der letzten sechs Monate im Jahresvergeich wieder steigen, sinken die E-Auto-Verkäufe um 25%. Dafür haben auch Sie gesorgt, ich erinnere an Ihren Slogan „Wichtig ist, dass keine Ladeinfrastruktur entsteht!“ So ist es denn geschehen: Ausstieg des Bundes aus der Förderung allgemeiner öffentlicher Ladeinfrastruktur, laufende Verschärfung und Fristenverkürzung der Vorschriften bzgl. Eichrecht, Preisangabenverordnung und Kreditkartenterminalpflicht an Ladesäulen, damit kleine billige Erneuerbare-Strom-Überschussgeregelte Ladesäulen verhindert werden. Beibehaltung der Dieselsteuersubvention und des PHEV-Subvention für Dienstwägen, Streichung der vereinbarten Zieles, den Bestandsanteil von E-Autos bei gewerblichen Mietwagen/Carsharingflotten um jährlich 10%-Punkte zu steigern. Auch den Kommunalgrünen ist ist mittlerweile wieder völlig wurscht, ob Carsharer nur noch Verbrenner-PKW neu einflotten. Währenddessen bedankt sich der Erdölproduzent Aramco bei allen Unterstützern für 121.000 Millionen US$ Gewinn in 2023.

    1. Lieber Bernd Geistert – das ist ja interessant, wie schnell Sie den Podcast von 45 Minuten gehört haben! Ich habe ihn doch gerade erst veröffentlicht! Haben Sie ihn etwa abonniert? Das freut mich aber. Zu der Behauptung, ich hätte rundweg behauptet, „wichtig ist, dass keine Ladeinfrastruktur entsteht!“ haben Sie sicher eine Quelle, das sollte ja bei jedem „Slogan“ kein Problem sein.

      Aber wahrscheinlich haben Sie, lieber Herr Geistert, erneut sehr oberflächlich gelesen.
      Hier das richtige Zitat mit richtigem Zusammenhang – bitte gerngeschehen!

      Wie wird die E-Mobilität den öffentlichen Raum verändern?

      Hoffentlich in dem Sinne, dass wir endlich wieder den Raum zwischen den Häusern für die Menschen zurückerhalten. Mir ist wichtig, dass im öffentlichen Raum keine Lade-Infrastruktur entsteht. Viele sind aber aktuell von der Idee begeistert, Straßenlaternen als Ladesäulen mitzunutzen. Doch dann bleiben dort die Autoplätze bestehen. Wie wollen wir dann argumentieren, dass wir den Platz für uns brauchen? Wir haben so viel versiegelte Fläche, vor allem in der Stadt – Supermärkte, Fitnessstudios, Bürohäuser. Dort kann gern geladen werden. Auf dem Land hingegen sehe ich eine richtige Chance, auf dem Dach Photovoltaik-Anlagen zu installieren, um sich unabhängig vom Öl zu machen. Die Ladesäulen-Infrastruktur verlagert im Moment wieder Probleme in den Gehwegbereich, wohin sowieso alles kommt, was nicht anderswo gelagert werden kann. Seien es Mülltonnen oder Baustellen, alles ist immer auf dem Fußweg, damit die Autos freie Fahrt haben. So ähnlich ist das auch bei den Ladesäulen und das will ich nicht.

  2. es ist immer wieder dasselbe Drama:

    In eineinhalb Zeilen schnell mal eben eine Lüge verbreitet, und dann braucht es 12 Zeilen, um die Wahrheit darzustellen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert