Die Wut muss die Seite wechseln. Die Arbeit auch.

Männer rein in jedwede Care- und Bildungsarbeit gegen Frauenhass! Smash your system guys!

Die Wut muss die Seite wechseln. Und die Arbeit auch.

Gerade beobachte ich wieder dasselbe Muster: Frauen klären auf. Frauen tragen Fakten zusammen. Frauen leisten die emotionale und intellektuelle Schwerstarbeit, um zu erklären, warum es jeden Tag ein lebensbedrohliches Risiko ist, als weiblich gelesene Person aufzuwachen.

Also übernehme ich das heute ausnahmsweise. Nicht weil Frauen es nicht könnten. Sondern weil Männer es endlich tun müssen.

Hier sind die Zahlen. Deutschland, 2024.

78.590 Frauen wurden Opfer von Gewalttaten. 299 Frauen wurden getötet. 39.089 Frauen wurden Opfer von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. 12.641 Frauen wurden vergewaltigt oder sexuell genötigt. 938 Femizide oder Femizidversuche allein im Jahr 2023.

Alle zwei bis drei Tage tötet ein Mann seine Partnerin oder Ex-Partnerin. Fast jeden Tag gibt es einen Tötungsversuch.

Frauenfeindliche Straftaten stiegen 2024 um 73,3 Prozent.

Und das Dunkelfeld? Die Anzeigequoten liegen bei den meisten Gewaltformen unter 10 Prozent.

Das sind keine abstrakten Zahlen. Das sind Frauen, die ich kenne. Die du kennst. Die wir alle kennen – ob wir es wissen oder nicht.

Quellen: BKA Lagebild Häusliche Gewalt (Nov. 2025), BKA Lagebild Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten (Nov. 2025), Dunkelfeldstudie LeSuBiA (2026).


Und dann noch das, was ich seit Jahren erlebe – und was symptomatisch ist für das gesamte Problem.

Mir wird regelmäßig geraten, mich „auf Mobilität zu fokussieren„. Männer fragen mich, was denn eigentlich „der Kern meiner Arbeit sei“. Es strengt sie an, dass ich nicht nur über Mobilität spreche. Wohlmeinend wird mir empfohlen, Begriffe wie Geschlechtergerechtigkeit, Feminismus oder Intersektionalität zu vermeiden – weil das „auslädt„.

Und genau da beginnt das systemische Problem.

Es wird keine Veränderung geben, wenn Männer aussteigen, sobald ihnen Begriffe nicht passen. Wenn sie – wie in den letzten Tagen zuhauf in meinen Kommentarspalten – ihr eigenes Empfinden und ihre verletzte Eitelkeit für wichtiger halten als zuzuhören. Als zu schweigen. Als sich fortzubilden. Als Teil der Lösung zu werden.

Ja, ich könnte mehr Geld verdienen, wenn ich mich als Frau geschmeidiger im Patriarchat machen würde.

Ich will es schlichtweg nicht mehr.

Die Wut muss die Seite wechseln. Die Scham muss die Seite wechseln. Die Arbeit muss die Seite wechseln.

Nicht irgendwann. Jetzt.

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