Die Vorstellung einer autofreien Zukunft: Ein Gastbeitrag von Katja Diehl

Katja Diehl ist eine in Hamburg ansässige Mobilitätsexpertin und Podcastmoderatorin mit journalistischem und Marketinghintergrund. Sie arbeitet als Wirtschafts- und Kommunikationsberaterin für She Drives Mobility und setzt sich leidenschaftlich für die Förderung der Diversität in der Mobilitätsbranche ein.

Katja möchte ein effizienteres, nachhaltiges Verkehrssystem schaffen, das der gesamten Gesellschaft zugute kommt. Wir baten sie, uns ihre Meinung über den aktuellen Stand der Mobilität in Hamburg und im übrigen Europa mitzuteilen.

Interview mit Trafi – Anbieter von Plattformmobilität

#Sustainable #urbanmobility is not utopia. With the right actions, initiatives, and willingness, it will be there. Today we are excited to share Katja Diehl’s an active mobility enthusiast and owner of “remarkable women in Transport” title answers to 3 burning questions in the #mobility world. She sheds light on #MaaS, #publictransport importance, and what would change urban mobility for the better.

Städte für einheimische Menschen – lasst sie uns zurückerobern!

Angeregt vom „Acht Milliarden“ Podcast des SPIEGEL mache ich mir ein paar Gedanken. Und schärfe mal wieder meine Narrative. Denn es stimmt: Städte sollten vor allem jenen Menschen “gehören”, die in ihnen wohnen. Denn: Tourist:innen, für die wir manche Innenstädte “opfern”, bringen vielleicht kurzfristig Geld, zeigen aber in Krisen wie der von Corona wie fragil diese Abhängigkeit ist. Denn auch ich beschäftige mich viel mit dem Status Quo in Städten und sehe in diesem keine Zukunft. Sondern möchte ihn, zugunsten eines guten Lebens im urbanen Raum für alle, verändern. Dabei geht es nicht nur um Mobilität, sondern auch um Verdrängung des einheimischen Menschen aus den Zentren, die den Bürotürmen und Tourist:innen überlassen wurden. Der urbane Wandel muss tiefgreifend und mutig sein, aber er öffnet eine Tür zu Chancen, die mir das Herz aufmachen, wenn ich an sie denke.

Webinar-Reihe des Bundesverbands Taxi und Mietwagen

Der Bundesverband sagt: “Das Taxi als nicht wegzudenkender Bestandteil des ÖPNV ist ein Garant für urbane Mobilität. Angesichts der anhaltenden Diesel-Debatte und der Diskussion über städtische Einfahrrestriktionen und Fahrverbote wegen weiterhin auftretender Grenzwert-Überschreitungen (insbesondere NOx) in deutschen Innenstädten betont das Gewerbe den unbedingten Willen, sein Mobilitätsangebot mit einer möglichst umweltfreundlichen Fahrzeugflotte zu leisten. Unser Ziel ist dabei das emissionsfreie Taxi.”

She Drives Mobility #36 mit Prof. Hermann Knoflacher

Die Lehrschwerpunkte von Prof. Knoflacher sind Raum- und Stadtplanung sowie Einflüsse der Mobilität. Seine Thesen stellen einen wesentlichen Beitrag zum Konzept der Sanften Mobilität dar. Wikipedia: “Sanfte Mobilität steht für ein politisches Konzept, das als nachhaltige, umwelt­schonende, sozial verträgliche und unfallarm bezeichnete Fortbewegungsarten wie zu Fuß gehen, Radfahren und die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel (ausgenommen Flugverkehr; vgl. Umweltverbund) insbesondere im Rahmen einer Verkehrswende fördern will.

Vertreter einer sanften Mobilität sehen als Ursache für die Entwicklung von Verkehrsaufkommen und Infrastruktur (räumliche Verteilung von Mobilitätszielen wie Arbeitsplatz, Wohnung, Einkaufsmöglichkeiten, Freizeiteinrichtungen, Erholungsgebiete …) hauptsächlich die Verkehrspolitik und die Verkehrsplanung. Konsequenterweise fordern sie daher von der Verkehrspolitik und -planung, in die Entwicklung des Verkehrsaufkommens und der Infrastruktur einzugreifen und diese so zu steuern, dass unnötiges Verkehrsaufkommen vermieden wird, und nötiges Verkehrsaufkommen in einem möglichst hohen Anteil über sanfte Mobilitätsformen abgewickelt werden kann.

Im Gegensatz dazu sehen Vertreter einer „konventionellen“ Verkehrspolitik und -planung die Entwicklung des Verkehrsaufkommens als weitgehend unbeeinflussbar: für sie besteht die Aufgabe der Verkehrspolitik und -planung darin, dem vorhandenen oder prognostizierten Verkehrsaufkommen nachzukommen (etwa durch Straßenbau und Stilllegung als unrentabel bezeichneter öffentlicher Verkehrsmittel).Hermann Knoflacher findet deutliche Worte: Das Auto ist in den tiefsten Ebenen des Stammhirns bei den Menschen verankert. Der Mensch sieht die Welt nicht mehr so, wie er sie gesehen hat, bevor es das Auto gab. Er sieht die Welt so, wie es das Auto haben möchte. Sonst würde es draußen nicht so ausschauen. Für jemanden, der sich von der Abhängigkeit des Autos befreit hat, ist es unerträglich, was im öffentlichen Raum passiert – vor allem für Kinder. Die werden in Wien in Käfigen gehalten, wo sie spielen dürfen, und die Autos fahren um sie herum. Das ist völlig absurd, aber verständlich, wenn man bedenkt, wie tief verankert das Auto bei den Menschen ist. Gehandelt wird im Interesse des Autos.