Warum ich E-Scooter als mögliche Lösung sehe

„Roller verschandeln Städte.“ „Irrsinn auf zwei Rädern.“ „Erste Unfallopfer zeigen die Gefahr.“ „Verbot nach Trunkenheitsfahrten gefordert.“ „Krieg auf der Straße.“ Um nur einige der Schlagzeilen zu nennen. Als sich im letzten Sommer eine neue Mobilitätsform, nämlich die der E-Scooter, auf der Straße gab, fand das fast schon geübte Gegeneinander der Interessensgruppen statt. Radfahrende und Fußgänger pflegten bis hin zu Demos ihre Lobby gegen die neuen Gefährte – anstatt als Interessensgemeinschaft mehr Platz vom Auto zu fordern. Denn – geben wir es zu – die neuen Roller machen Jenen, die sie nutzen, enorm viel Spaß. Das sieht Jede:r, der:die Nutzenden auf ihren Scooter beobachtet. Nun ist ein Jahr herum und die Etablierung der Scooter hat sich sowohl in Sachen Leihsysteme etwas konsolidiert, in Sachen Eigenkauf gibt es vermehrt Interessenten, da man sich im Straßenbild an sie gewöhnt und vielleicht sogar Vorteile entdeckt hat.

#SheDrivesMobility #Livecast mit Christina Kunkel (SZ) und Don Dahlmann

LIVE: Roundtable Mobility bei mir auf Twitter. Ich habe es schon länger vorgehabt und nun wird es endlich real: Mit zwei der versiertesten Journalist:innen im Mobilitätsbereich werde ich versuchen, Ordnung in das heillose Chaos der Verkehrswende zu bringen – zumindest thematisch. Momentan läuft mir zu vieles rückwärts statt zukunftsorientiert. Guter Zeitpunkt, einmal eine Standortanalyse für Deutschland durchzuführen.

Neue Folge #SheDrivesMobility mit David Rollik von der BVG

Wie eigentlich alle Bereiche ist auch im ÖPNV ein wichtiges Thema der Fachkräftemangel. David Rollik kam 2013 zu den Berliner Verkehrsbetrieben und verantwortete zunächst als Chefredakteur die Kundenzeitung. Ich persönlich neide ihm viele der Interviews, die er für das Magazin führen konnte. Mittlerweile hat David sehr viel mehr Verantwortung übernommen. Ich spreche mit ihm zum Beispiel über die Arbeitgebermarke der BVG, die Preise gewonnen hat – und über die Vorteile eines sehr heterogenen Teams. Wie viele, die ich im Podcast zu Gast hatte, ist auch David ein Quereinsteiger. Er war lange Zeit als Journalist tätig, zuletzt als Leiter des Regionaldienstes Südost (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) der ddp. Unvergessen sein erster BVG-Arbeitstag, bei dem ihm sein Mitarbeiterausweis mit Gültigkeit bis zur Rente überreicht wurde :)) 2016 überführte David den Newsletter und mit ihm zusätzliche Informationen aus dem Unternehmen auf das Smartphone: Die Mitar­beiter-App der BVG bietet mittlerweile ortsunabhängig und proaktiv Meldungen aus dem Konzern.

She Drives Mobility #32 mit David Rollik von der BVG

Mein Gast: David Rollik und ich kennen uns schon seit *hüstel* knapp 25 Jahren. Ich gründete damals die Plattform “Junge Journalisten” mit Thomas Rebbe und Alexander Häntzschel, um jungen Medienschaffenden eine übergreifende Plattform zum Austausch zu schaffen. David war hier auch Mitglied. Im Gegensatz zu mir blieb er länger dem Journalismus treu. Und wie viele andere hier im Podcast kam er als Quereinsteiger in die Mobilität. Mittlerweile leitet er die Stabsabteilung Kommunikation bei den Berliner Verkehrsbetrieben und hat hier schon mehrere Preise erhalten. U. a. für die Mitarbeiterkampagne. Denn wie viele andere Branchen sieht auch die BVG sich mit einem Fachkräftemangel konfrontiert.

“Wir haben die besten und glaubwürdigsten Testimonials für den Kampagnenfilm gefunden: echte BVGer in Ausbildung, die mit Begeisterung vor der Kamera agieren und authentische Einblicke in ihren Ausbildungsalltag bei der BVG geben”, sagt David Rollik, Leiter der BVG-Unternehmenskommunikation. Und Klaus Rehm, Geschäftsführer der Agentur die Botschaft, ergänzt: “Die Azubi-Kampagne ist eine von mehreren Employer Brand Kampagnen, die auf Basis eines strategischen Employer Brand Prozesses von uns entwickelt wurde. Wir sind stolz auf die Erfolge, die die BVG seitdem im Recruiting verzeichnet und sicher auch wieder mit dieser Kampagne.”

She Drives Mobility #31 mit Timo Daum

Mein Gast: Timo Daum ist Gastwissenschaftler bei der Forschungsgruppe Digitale Mobilität am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung” und arbeitet als Hochschullehrer in den Bereichen Online, Medien und Digitale Ökonomie und veranstaltet Vorträge und Seminare zum Thema Digitaler Kapitalismus. Sein Buch »Das Kapital sind wir« wurde mit dem Preis »Das politische Buch 2018« der Friedrich-Ebert-Stiftung ausgezeichnet.

Elektrischer Antrieb, geteilte Nutzung, selbststeuernde Fahrzeuge – der digitale Kapitalismus
erobert die Straßen. Doch befinden wir uns damit auch auf dem Weg in eine nachhaltigere
Mobilität? »Keineswegs«, sagt Timo Daum und plädiert in seinem neuen Buch »Das Auto im
digitalen Kapitalismus. Wenn Algorithmen und Daten den Verkehr bestimmen« (ET 07.10.2019) für
einen kritischen Umgang mit diesen Trends – und den dahinter stehenden Akteuren.
Der digitale Kapitalismus schickt sich an, ein neues Feld zu erobern: den Verkehr. Für Timo Daum
ist klar: »Die Tage des klassischen Automobils sind gezählt, wodurch auch die Kompetenz der
traditionellen Autoindustrie immer weniger gefragt ist.« Die Herausforderungen reichen vom
elektrischen Antrieb bis zum selbstfahrenden Auto – und die Konkurrenz kommt dabei vor allem
aus dem Silicon Valley. Digitalkapitalistische Konzerne wie Tesla, Uber und Google erobern die
Verkehrsbranche. Doch was folgt für die Mobilität der Zukunft, wenn Algorithmen und Daten eine
immer größere Rolle spielen? Wie wirkt sich diese Entwicklung auf unsere Städte und unsere
Lebensqualität aus?
Das Buch »Das Auto im digitalen Kapitalismus. Wenn Algorithmen und Daten den Verkehr
bestimmen« skizziert den Status Quo der technischen Entwicklung im Bereich der Mobilität. Es
erläutert Strategien und Geschäftsmodelle der Digitalunternehmen und plädiert für einen kritischen
Umgang mit den Herausforderungen, die damit einhergehen. Denn digital bedeutet nicht
automatisch nachhaltig.

Wir brauchen Mobilität für alle, nicht Autos für alle.

Katja Diehls Wunschstadt wäre ein Ort, an dem sich alle Menschen wohlfühlen und begegnen können, weil der Raum zwischen den Häusern zum Aufenthalt und Verweilen einlädt. Die Wirklichkeit sieht anders: Hier gehört der Raum zwischen den Häusern größtenteils dem Auto.

Rund 15 Prozent von Berlin (in Zahlen 133 Quadratkilometer) sind Verkehrsfläche: Parkplätze, Straßen, Kreisverkehre, Bahntrassen, Rad- und Gehwege. Und der größte Teil davon dient nicht der Fortbewegung, sondern dem Parken. Die knapp 1,5 Millionen gemeldeten Fahrzeuge (davon 1,18 Millionen PKW) beanspruchen rund 17,5 Quadratkilometer Platz für sich. Im Vergleich dazu: Die Summe aller Spielplätze beträgt gerade mal 3,3 Quadratkilometer – das ist weniger als ein Drittel dessen, was die Berliner Friedhöfe an Fläche einnehmen. (Quelle: Parts of Berlin)

Offener Brief eines Automechantronikers

Bei Twitter hat es für viele immer den Anschein, dass ich das “Auto hasse”, die Autoindustrie als “Feind:in” sehe und destruktiv agiere. Umso mehr freue ich mich, dass “hinter den Kulissen” mit mir viel vertraulicher Austausch gesucht wird. Von jenen, die in dieser Branche tätig und selbst fassungslos sind, in welche Richtung deren oberste Leitung nun aufgrund der Corona-Krise steuert. Der Absender dieser “Briefes” ist mir bekannt, ich halte ihn natürlich anonym, denn seine Worte werden nicht alle begeistern. Aber sie sind wertvoll für einen echten Rundumblick auf den Autogipfel morgen, der exklusiv ist und viele ausschließt. Vor allem auch die Klimazukunft und viele Teile der Gesellschaft. Danke dir, lieber Automechatroniker F., dass du mir vertraust. Ich gebe deine Gedanken hiermit gerne weiter.