50 Prozent mehr Geld für Jene, die sich jetzt ein Auto kaufen, das per elektrischem Antrieb betrieben wird. Staat und Wirtschaft teilen sich diese Belohnung – aber ist diese noch zeitgemäß? Natürlich fällt es leicht, für dieses Statement zugunsten lokal emissionsfreier Mobilität Begeisterung zu wecken – fördert diese Prämie doch die Wirtschaft, die wir Deutschen als unsere “Schlüsselindustrie” bezeichnen. Doch ist diese einseitige Belohnung noch zeitgemäß? Müssen Subventionen wie diese nicht längst weiter gedacht und gefasst werden?

So fällt aus der Prämie raus, wer sich bereits für diese Mobilität entschieden hat oder einen Gebrauchtwagen kaufen wird.

Denn: Gefördert werden nur Neuwagen.

Und das zu einem Moment, wo der Gebrauchtwagenmarkt für elektrische Antriebe gerade aufzukeimen scheint. Zum anderen werden jene, die sich gar nicht erst für ein Auto entscheiden, auch weiterhin leer ausgehen. Warum eigentlich? Könnte nicht eine Prämie von 5.000 Euro an Jeden ausgeschüttet werden, der sich in diesem Jahr entscheidet, kein Auto zu besitzen, es abzuschaffen? Der Preis wäre hoch genug für eine Bahncard100 oder ein hochwertiges Lastenrad mit Elektroantrieb.

Die Kaufprämie soll den “Hochlauf” der Elektromobilität auf zehn Millionen Fahrzeuge im Jahr 2030 ermöglichen – warum eigentlich?

Heute bewegt sich das deutsche Auto durchschnittlich 45 Minuten am Tag, mit 1,3 Personen an Bord. Sicher, es gibt viele, die auf ihr Auto aktuell noch angewiesen sind. Vor allem im ländlichen Raum müssen Alternativen, die den Privat-PKW ersetzbar machen, erst noch etabliert werden. In manchen Regionen wird das aber auch gar keinen Sinn machen, so sie zu dünn besiedelt für umsetzbare Nachfrage sind. Her bleibt das elektrisch betriebene PKW Mittel der Wahl. Dennoch: Die statistischen Werte stehen im Raum und bedeuten vor allem, dass wir uns unsere Autos nach dem Maximalbedarf kaufen – und nicht nach unserer Alltagsmobilität.

Warum also nicht Anreize setzen, Mobilität nachhaltiger zu gestalten?

Die Kaufprämie kommt schließlich im wichtigsten Moment zum Tragen: Wenn ein Auto hinterfragt und ein Neukauf in Betracht gezogen wird. Hier attraktive Prämien zu setzen, die auch eine Bahncard100 oder ein Elektrorad ermöglichen, erscheint mir als valider Weg, echten Wandel voranzutreiben – und nicht bloß Antriebe auszuwechseln.

2 Kommentare
  1. Sebastian
    Sebastian sagte:

    Schade das hier wieder der Weg des geringsten Wiederstands gegangen wird und die Autolobbyisten ihre Bestätigung bekommen.

    Konzeptlose Bundesregierung, wagt die richtigen Schritte nicht.

    Antworten

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