Mein Thema 2019: Framing in der Mobilität

Meine einstündige Keynote über #MakeMobilityGreatAgain hat auch bei mir für eine Schärfung meiner Wahrnehmung gesorgt. Sie haben es vielleicht Anfang Januar in den Medien verfolgt: Ein Schal ging um die (deutsche) Welt. Die Mutter einer LinkedIn-Kommunikatorin hatte ein Jahr lang ihre Erfahrungen als Pendlerin in München in Strickreihen abgebildet. Jeden Tag zwei Reihen:

– grau für weniger als fünf Minuten Verspätung
– rot für mehr als eine halbe Stunde
– dazwischen: rosa.
Ich habe das Bild hier angefügt.
Kein schönes Ergebnis. Zugegeben. Und eine hinreißende Idee, um das, was nicht funktioniert, in ein Bild zu bringen.
Aber: Den Shitstorm, den dieses Bild lostrat, empfand ich schnell als außer Kontrolle. Und beschäftigte mich, wie schon so oft, mit dem reflexhaften und geradezu genussvollen Bashing des öffentlichen Nahverkehrs. Diesem Phänomen möchte ich 2019 näher auf den Grund gehen. Ich habe dazu auch einen Aufruf bei LinkedIn gemacht, den Sie hier finden – und den ich auch bei Twitter hier teilte. Schon jetzt fließen spannende Gedanken ein, die ich aktuell sammle.
Denn mal ehrlich: Wer von uns twittert oder basht Parkplatzsuche und Stau? Oder Verspätungen im innerdeutschen Flugverkehr? Beim Auto scheint es, dass die Mitschuld am Dilemma und die hohen Anschaffungskosten sowie die Privatheit der Reise das öffentlich sichtbare Maß der Wut senken. Bei Flugreisen ist es vielleicht die faktisch nicht vorhandene, aber dennoch immer noch gefühlte exklusivere Art des Reisens, die diese vor Schimpftiraden in den sozialen Netzwerken schützt?
Aktuell habe ich darauf keine Antwort. Aber ich freue mich aufrichtig über Hinweise in dieser Sache und werde meine Erkenntnisse auch hier im Blog mit Ihnen teilen.
Nicht vorenthalten möchte ich Ihnen auch den Schal, den eine fantastische Grafikerin bei door2door für mich schnell gestrickt hat  – und der in meinen Augen viel fataler ist, als das Schalfazit beim Pendeln mit der Münchner Bahn. Steht doch das durchschnittliche Auto in München 23 Stunden und 16 Minuten nur rum, fährt auch den Rest der Zeit nur unwesentlich, weil Stau und Parkplatzsuche mit in die Bewegung fallen. Erschreckende Entwicklung, vor allem beim aktuellen Besetztgrad von 1,3 Personen.
Natürlich gelten in Stadt und Land unterschiedliche Voraussetzungen für schnellen Wandel weg vom individuellen PKW. Die Fakten zeigen ganz gut Grafiken der ADAC-Studie zur Mobilität.
Oder sehen Sie das anders? Ich freue mich auf Ihre Meinung!
Oder wollen Sie sich durch meine Keynote inspirieren lassen, mal Ihr Framing zu hinterfragen? Gern. Sprechen Sie mich an.