Wir verdienen mehr! Auftakt zur BRIGITTE-Aktion 2019

12 Jahre #equalpayday – und nur zwei Prozent Fortschritt in Sachen weniger Lohnlücke. Woran liegt die mangelnde Geschwindigkeit beim Beseitigen eines Problems, das so gar nicht in das 21. Jahrhundert passt? Ich selbst erlebe es, wie sehr ich in einer Blase lebe, die auf diese Fakten mit Unverständnis reagiert. Auf der einen Seite gibt es junge Frauen am Beginn ihrer Karriere, die mit Chuzpe sagen: “Nicht mein Problem, ich werde mir das erobern!” – auf der anderen Seite sind Frauen von enormer Altersarmut bedroht, weil die Umstände sie zu Empfängerinnen kleinster Rentenbeträge machen.

Das Panel widmete sich der Problem-Diagnose: Christine Gräbe forderte, dass wir nicht nur mehr Frauen in Vollzeit-Positionen brauchen, sondern auch Männer in Teilzeit-Stellen. “Sonst bleibt der Teufelskreis bestehen: Wer weniger verdient, bleibt automatisch Zuhause. Und wer Zuhause bleibt, verdient automatisch weniger.”

Elke Holst berichtet von den Studienergebnissen ihres Forschungsinstituts: “Wer total viel und lange arbeitet, symbolisiert anscheinend immer noch, dass man eine Führungsposition möchte. Dieses Klischee ist enorm schädlich für Familienplanung.” Zum einen, weil Familienplanung oft nicht mit Vollzeit-Stellen zu vereinbaren ist. Aber auch, weil Führungspositionen nicht nur in Vollzeit ausgefüllt werden können. Brigitte Huber lenkt hier auf die Konsequenzen der Gender Pay Gap: “Summieren Sie mal auf, welch ein finanzieller Verzicht sich aus einer lebenslangen Gender Pay Gap ergibt. Dieser Life Time Earning Gap ist oft Ursache, dass Frauen trotz langer Berufstätigkeit in Arbeitsarmut landen.”

Im Video habe ich prägnante Statements zusammengefasst und mein Recording angefügt. Auf dem Panel: BRIGITTE-Chefredakteurin Brigitte Huber mit PD Dr. Elke Holst (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung), Christine Gräbe (Fair Pay Innovation Lab) und Cawa Younosi (Personalschef SAP SE & SAP Deutschland).

Wie seht ihr das? Habt ihr Ideen, wie wir schneller aufholen können?

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